Mittwoch, 25. März 2009

Von Vancouver nach Breckenridge, Colorado

...ja, diesmal fasse ich einen sehr grossen Reiseweg relativ knapp zusammen. Es hat auch seinen Grund, denn die Wegstrecke von Vancouver wieder in die USA, wo ich durch Washington State, Oregon, Idaho, Wyoming, Utah bis nach Colorado gefahren bin, war ich krank und bin es immer noch. War heute beim Arzt und der meinte ich hatte wohl die richtige Grippe und nun ist es nur noch eine Sinusitis und eine Entzuendung der oberen Atemwege. Naja, so richtig gut fuehl ich mich nicht, aber wenigstens ist es keine Lungenentzuendung und ich kann morgen skifahren gehen. Habe gestern den Johannes, einen Kumpel aus Deutschland, vom Flughafen in Denver abgeholt. Jetzt sind wir in Breckenridge in den Rockies, in einem sehr schoenen Hotel in den Bergen.

Was auf der Fahrt so alles zu sehen war (wg. Krankheit war ich auch etwas Foto-faul):
- Seattle
- Olympic National Park
- Portland, Oregon
- Columbia River Schlucht


- Blue Moutains, Ost-Oregon
- Sued-Idaho
- Bruneau Dunes State Park


- Craters of the Moon National Monument

- Jackson, Wyoming
- Salt Lake City, Utah
- Ost-Utah / West Colorado (Dinosaur National Monument)


So, dass war's fuer heute. Wenn ich wieder auf dem Damm bin, dann gibt es auch wieder aussagekraeftigere und liebevollere Post...versprochen!

Alles Liebe, Euer Marco

Montag, 16. März 2009

Neues aus Vancouver

...ein kleines Video zu Einstieg. Skifahren in Vancouver. Es gibt 3 Skigebiete in unmittelbarer Naehe zur Stadt, die sich ja bekannterweise an die Berge schmiegt. Der schoenste Hang ist m. E. Grouse Mountain, weil man da eine herrliche Aussicht auf die Stadt hat. Wie man in dem Video sehen kann, gibt es abends auch Flutlicht und der Blick ueber das beleuchtete Vancouver ist bezaubern!

Meine Zeit in Vancouver geht auch schon wieder zu Ende. Morgen frueh werde ich in Richtung Seattle aufbrechen. Mit mir wird Michi, ein Schwabe :), kommen, den ich hier im Hostel kennen gelernt und mit dem ich einiges unternommen habe. Er will auch nach Seattle und da teilen wir uns die Spritkosten.

Der schoenste Tag hier war - neben dem Skifahren - der Tag, an dem wir bei strahlenden Sonnenschein an den Straenden entlang in den Stanley Park gewandert sind. Stanley Park ist der Central Park von Vancouver, ein Stueck urspruenglichen Regenwald der gemaessigten Breiten, von dem hier an Nordwestkueste Amerikas leider nicht mehr viel uebrig geblieben ist. Es gibt da auch einige beachtliche Baumriesen... und ein Stueck Wiese, auf dem wir Frisbee gespielt haben *grins* hat Spass gemacht und mein vom Buerositzen degenerierter Koerper entwickelt wieder Sprungkraft und Ausdauer. Die Fettpoelsterchen sind auch etwas weniger geworden LOL


Die schoenen Sonnentage sind leider seit zwei Tagen vorbei. Es regnet und schneit abwechselnd und ich bin froh, wenn ich wieder in sonnigere Gefilde komme. Mal schauen, vielleicht ist Seattle und der Olympic National Park etwas mehr von der Sonne verwoehnt?!?

Montag, 9. März 2009

Von Bozeman nach Vancouver

Es ist schon wieder etwas Zeit vergangen, seit ich Bozeman verlassen habe. Ich bin einen Tag spaeter in Kanada eingereist. Hatte dovor eine Nacht im Glacier NP auf der US-Seite verbracht. Mann, dass war meine kaelteste Nacht bisher. Minus 20 Grad! Im Auto! Da war mir schon etwas frisch um die Nase am naechsten Morgen. Aber mein Schlafsack ist echt super und ich habe nicht gefroren, wenngleich es auch nicht so richtig kuschelig war :O)

Nach meinem allmorgentlichen heissen Tee war ich dann auch bereit die Grenze nach Kanada zu ueberqueren. Der Grenzuebergang, den ich nahm, ist sehr klein und daher waren die Formalitaeten rasch erledigt. Nach 10 Minuten war ich dann in Kanada und fuhr durch die verschneiet Praerie.

Das war echt sehr beeindruckend, da die verschneite sanfte Huegellandschaft wie Alaska oder Groenland anmutet. Dann sind da noch die herrlichen Rocky Mountains, die in dieser Gegend auf die flache Prarie treffen. Ich fuhr entlang den Rockies nach Norden. Ich machte einen kuezen Stop im Waterton Lakes NP, wo ich im Jahr 2004 schon einmal war und Genevieve und Alexander kennen lernte, ein ganz liebes franko-kanadisch-bayrisches Paerchen, mit denen ich damals eine der schoensten Wanderungen meines Lebens hatte (Gruesse nach Ingol-Town :O). Mein Ziel an diesem Tag war Fernie in Britisch Columbia (BC), wo es ganz tollen Schnee haben soll. Nun ja, als ich da nach ein paar weiteren Stunden Fahrt ankam, merkte ich bald, dass der Schnee EIGENTLICH immer toll ist, nur gerade jetzt wo ich da bin nur durchschnittlich ist. Daher entschied ich mich dafuer, noch an diesem Tag bis Banff durch zu fahren. Die Fahrt dorthin ist wunderschoen. Die kanadischen Rockies haben ihren eigen Zauber. Spaet abends bin ich dann in Banff angekommen und ich verbrachte die Nacht in meinem wagen auf dem Parkplatz des Sunshine-Skigebiets, wo ich die naechsten 2 Tage auch Snowboarden war. Das Wetter war okay, aber der Schnee war ziemlich hart. Ich hatte offensichtlich ein sehr schlechtes Jahr erwischt, denn jeder mit dem ich redete machte mich darauf aufmerksam, dass in diesem Winter die Alpem extrem viel Schnee abbekommen, aber die Rockies ein sehr schlechtes Schneejahr haben. Man muss aber sagen, dass der Schnee bisher fuer meine Verhaeltnisse immer noch OK bis gut war, aber halt nicht der extreme Powder, den man sich so vorstellt, wenn man ueber Nordamerika spricht.

Von Banff ging es dann weiter nach Revelstoke, ein Ort der beruehmt ist fuer Heliskiing. Dies war schon immer mal mein Tarum und so wollte ich es auch dort machen. Ich fuhr also nach Revelstoke, wo ich mich in einem kleinen Hostel einquartierte. Kaum war ich angekommen, da hatte ich auch schon zwei Hollaender und einen Deutsch-Schweitzer kennen gelernt, die auch Heliskiing gehen wollte. So fuhren wir gemeinsam umgehend zu dem Heliski-Anbieter, der noch nicht voll ausgebucht war. Dies hatten die Hollaender naemlich schon herausgefunden. Der Wetterbericht verhiess gutes Wetter fuer Mittwoch (2 Tage spaeter) und so buchten wir einen Trip. Der Trip umfasst 3 Abfahrten, Fruehstueck, Mittagessen und Apres Ski. Der Nachteil: Es kostet 750 kanadische Dollar. Naja, wenn's schee macht, dachte ich mir. Es war schon lange ein Traum von mir und ich hoerte, dass es in anderen Skigebieten noch viel teurer sei. So haben wir halt gebucht und freuten uns unglaublich auf den Tag. Leider hielt der Wetterbericht nicht das, was er versprach und wir hatten nicht so tolles Wetter.

Die Hubschrauber fliegen dann meist trotzdem, aber man faehrt dann nicht in hochalpines Gebiet, sonder man bleibt tiefer und faehrt zwischen den Baeumen.


Das macht auch einen Heidenspass, aber wir waren doch etwas enttaeuscht, da wir uns alle unter Heliskiing kilometerlange Powderhangabfahrten vorgestellt hatten und nun hatten wir "nur" kurze Abschnitte, wo mann nach Herzenslust Kurven in den unberuehrten Schnee ziehen konnten, ohne auf Baeume aufpassen zu muessen. Aber wie gesagt, unberuehrten Schnee hatten wir da auch und es war guter Powderschnee. Man faehrt dann zwischen den Baeumen, springt mal ein kleines Cliff runter (die Landung ist immer sehr weich, egal wie man landet :) und surft durch kleine offene Abschnitte. Wir bekamen dann auch noch eine vierte Abfahrt umsonst und der Flug an sich mit dem Hubschrauber machte auch einen Riesenspass.

Dennoch: Falls ich es nochmal machen sollte, dann warte ich auf perfektes Wetter!

In Revelstoke bin ich dann auch noch im Skigebiet, aber abseits der Piste fahren gewesen. Da muss man halt etwas wandern, aber man wird dafuer auch mit tollen Abfahrten belohnt.


Leider ist man da nicht der einzige, der da in der Pampa rumwandert, so sind die Abfahrten auch nicht ganz unberuehrt, aber dennoch ist es viel mehr Spass so etwas zu machen, als die normalen Pisten zu fahren. Obwohl, wenn ich mir das folgende Foto & Video noch einmal anschaue... so schlecht waren die Pisten da auch nicht :O)




Aber mein bestes Tiefschneeerlebnis wartete noch auf mich :O) Von Revelstoke bin ich dann in ein anderes Skigebiet geduest - Big White.


Der Name ist auch Programm. Den Tag an dem ich mit dem Schweizer, den ich netterweise mitgenommen habe *gell Dominik, grins*, in dem Skigebiet ankam, da hatte es -11 Grad und es schneite wie Sau. Trockener Powdersnow!!! Wir sind dann in dem Hostel, welches direkt neben einer Abfahrt liegt, eingecheckt.

Peter, ein Ost-Kanadier, den wir in Revelstoke kennen gelernt hatten, haben wir da auch wieder getroffen und wir verabredeten uns fuer einen gemeinsamen Ski-Tag.

Als wir den folgenden Morgen erwachten trauten wir unseren Augen kaum. Es war kein Woelkchen am Himmel und wir wusstem, dass uns mind. 30-40 cm Powder erwarteten! Am Vorabend hatten uns Locals auch schon die besten Abfahrten und Haenge, die man sich erlaufen muss, auf der Karte gezeigt. So steuerten wir zielsicher den hoechsten Berg an, wo wir circa 10 Minuten hochlaufen mussten (durch Tiefschnee, keuch)!

Aber da hatten wir alle die besten Abfahrten unseres Lebens. Steile, unberuehrte Tiefschneeabfahrten versetzten uns in Extase und wir jauchzten die ganze Zeit vor Glueck! So ging das ein paar Mal, bis wir vom Tiefschneehochwandern und -abfahren so erschoepft waren, dass wir erstmal etwas essen und trinken mussten.



Auf den Bild links unten bin ich in Action zu sehen...Bissle klein, aber ich schwoer's, ich bins! :O)

Am naechsten Tag war dann wieder Schneesturm und fast keine Sicht. Da bin ich einfach weitergefahren Richtung Vancouver, da es in diesem Skigebiet eh nicht mehr besser werden konnte. Ausserdem muss ich etwas voranmachen, da ich mich um den 22. Maerz herum mit Hanne, einem Freund aus Deutschland, in Colorado treffen werde. Er arbeitet auf einem Projekt in den USA und hat ne Woche frei.

Ich werde nun fuer ein paar Tage in Vancouver bleiben, alte Bekannte treffen und hier in den lokalen Skigebieten und in Whistler etwas boarden gehen, bevor ich kommende Woche wieder in die USA einreisen werde. Die ersten Ziele schon mal vorab: Seattle und Olympic NP...

Bis bald, Euer Marco

Freitag, 27. Februar 2009

Bozeman, Montana

In den letzten Eintraegen habe ich ja schon manchmal Andeutungen zu Bozeman gemacht. Diese mittelgrosse Studentenstadt ist ein besonderer Ort. Umgeben von Cowboyland, die Menschen in Bozeman sind sehr liberal, oeko, links und zudem extrem offen und freundlich. Zudem gibt es hier eines der wenigen Hostels in der amerikanischen Pampa.

Dieses Hostel ist aber kein normales Hostel. Nein, der Eigner, Wayne, ein gebuertiger Australier, verfolgt die in Neuseeland enstandene Idee des "indipendent hostelling", d.h. das Hostel ist ein offenes Haus. Es gibt keine Regeln (Sperrstunde oder aehnliches), ausser der des respektvollen und verantwortlichen Umgangs miteinander (und natuerlich mit der Einrichtung). Als ich ankam, war niemand da. Nur ein Schild mit der Anleitung. Im Kern: Zimmer raussuchen, 20$ in einem Umschlag unter der Tuer des Managers durchschieben, Wohlfuehlen :O) (Details im folgenden Foto rechts an der Wand)

Ich bin acht Naechte in den Hostel geblieben und war mehrere Tage in dem kleinen aber sehr feinen Skigebiet Bridger Bowl snowboardfahren.

Es hatte nach langer Zeit mal wieder geschneit (10 inches = 25 cm) so dass ich ein paar tolle Tage auf dem Brett hatte. Da ich kein Snowboard mitgenommen hatte und leihen auf die Dauer teurer ist, habe ich mir hier alles gekauft. Zu meinem Glueck war gerade WSV und ich habe alles 40% guenstiger bekommen + hier in Montana gibt es kleine Mehrwertsteuer + ich hatte mir ja Dollar bei 1,43 noch gewechselt. Alles in allem habe ich nicht einmal die Haelfte von dem bezahlt, was ich in D bezahlt haette. Und das Brett faehrt sich super!

Das Skigebiet ist mit 45$ pro Tag auch ein sehr guenstiges und man sagt, es bietet das beste Preis-Leistungs-Verhaeltnis in den Rockies!

Auch lernte ich beim Skifahren viele nette Leute kennen, mit einigen (siehe Foto) habe ich dann auch ein bisschen Apres Ski betrieben


Bozeman ist ein echter Geheimtipp fuer alle, die guenstig, authentisch und schneesicher Skiurlaub in Amerika machen wollen!

Ich habe Bozeman gestern verlassen und bin gerade in Kalispell im Norden von Montana. Heute werde ich noch in den Glacier Nationalpark fahren und dort whrs. auch die Nacht verbringen. Morgen ist es dann soweit: Ich werde nach Kanada einreisen.

Ciao, Euer Marco

Donnerstag, 26. Februar 2009

Yellowstone im Winter

So, es ist nun mein letzter Tag in Bozeman. Ich fahr' gleich weiter Richtung Kanada und schau mal, welche netten kleinen Skigebiete da noch so auf dem Weg liegen. Aber zunaechst einmal moechte ich von meinen Tag in Yellowstone erzaehlen.

Im Winter sind die meisten Strassen im NP geschlossen. Nur die Strasse in das Lamar-Tal ist frei. Lamar Valley ist der beste Platz zum Tiereschauen in Yellowstone. Insbesondere Woelfe sind hier oefters zu sehen. Auch diesmal hatte ich ziemlich viel Glueck. Es befand sich an diesen Tag zufaelligerweise ein Rudel Woelfe in Strassennaehe. Es waren sechs Tiere, unter anderem auch der Alpha-Wolf 302, der aelteste Wolf im Nationalpark. Ich haette die Woelfe bestimmt uebersehen, wenn da nicht die Wolf Watcher waeren, die ganzjaehrig in NP die Woelfe beochachten und dabei auch gerne mal einen Stau verursachen.

Nun, mit meiner Kamera konnte ich leider keine besonders tollen Fotos machen, weil die doch noch ein paar Meter enfernt waren. Aber ich habe ja ein Fernglas dabei und die Wolf Watcher sind nette Leute und lassen einen auch mal durch deren Fernrohre schauen. War schon schoen, die Tiere zu beobachten.

Lustiger hingegen war die Begegnung eines Park Rangers mit einem Bison, das einfach nicht von der Strasse runter wollte. Ob da das Winken mit einem roten Tuch der beste Ansatz ist, das lasse ich nun mal so dahingestellt :O)

Ansonsten sah ich innerhalb eines Vormittages noch eine grosse Herde Bueffel, die die Strasse ueberquerten, eine Herde Wapiti-Hirschkuehe, drei Wapiti-Hirschbullen,

mehre Bighorn Sheeps (eine Widderart)

und zwei Coyoten. Ist schon extrem beeindruckend, so viel Natur und Wildness zu erleben.

Nach meinem Tag im Nationalpark bin ich dann in das circa 100 km enfernte Bozeman gefahren, da ich im Lonly Planet von einem Hostel gelesen hatte, das nur 20$ die Nacht kostet. Da Hostels recht selten sind in den laendlichen Gegenden der USA und ich dringend ne Dusche benoetigte, bin ich einfach da hin. Ich wusste ja noch nicht, was mich da erwarten sollte.

Aber dazu mehr im naechsten Eintrag ;O)

Mittwoch, 25. Februar 2009

In den Black Hills und weiter in Richtung Yellowstone

Aaaaaalso, wo war ich stehen geblieben. Ja, genau, ich wollte von den Black Hills erzaehlen. Vom Crzy Horse Denkmal bin ich weiter in Richtung Custer State Park gefahren, einem Naturschutzgebiet am Ostrand der Black Hills. Wunderschoene Landschaft, aber das besondere ist die Wildlife Loop, eine Strasse durch den Park, wo man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Tiere in Strassennaehe beochachten kann. Proghorns (die einzige nordamerikanische Antilopenart, die gerne das Salz von der Strasse lecken),

mule deer (eine Art groesseres Reh) und die groesste Ansammlung an Bueffeln in der Welt(>1000).

Ich hatte auch richtig Glueck mit dem Wetter. Den Tag davor hatte es noch geschneit, aber als ich kam, war eitel Sonnenschein. Das war auch gut so, denn als naechstes wollte ich zu Mount Rushmore fahren und schoene Fotos von den Praesidentenkoepfen machen.

Habe ich dann auch gemacht, aber ich war schon etwas enttaeuscht, weil man die sich so gross vorstellt. Wirken dann aber doch etwas kleiner. Nichtsdestotrotz, man sollte es mal gesehen haben. Die Landschaft aussenherum ist wunderschoen und es macht viel Spass hier durch die Gegend zu duesen.

Von Mt. Rushmore bin ich nach Deadwood, eine suesse Cowboystadt im Norden der Black Hills, gefahren, wo ich dann auch die Nacht verbrachte. Am naechsten Tag bin ich dann ueber die Nahe Staatsgrenze nach Wyoming eingereist. Mein Ziel war der Yellowstone NP, der sich in der nordwestlichen Ecke des Staates befindet. Auf dem Weg dorthin gab es aber noch ein paar Highlight. Das beeindruckenste war wohl Devils Tower, ein Monolith, weithin sichtbar wie er sich aus der Ebene erhebt.

Die Enstehungsgeschichte ist sehr interessant. Im Kern ist Devils Tower der Ueberrest einer Magmablase, die sich ihren Weg an die Oberflaeche gebahnt hatte, dann aber in der Erde erkaltete und ueber die Jahrtausende von Wind- und Wasser frei erodiert wurde. Der Berg ist ein heiliger Ort fuer eine Vielzahl von Indianerstaemmen.

Den Rest des Tages verbrachte ich fahrend, die wundervolle Landschaft Wyomings geniessend. Am fruehen Abend erreichte ich Gardinier, das noerdliche Tor zum Yellowstone NP, dem aeltesten Nationalpark Amerikas und dem ersten NP der Welt. Dazu und zu Bozeman, wo ich noch immer bin, berichte ich mehr im meinen naechsten Eintraegen!

Montag, 23. Februar 2009

Von New Ulm in die Black Hills (SD)

So, hier geht's weiter:

Nachdem ich New Ulm verlassen hatte bin ich ueber kleinere Highways in Richtung Staatsgrenze zu Sued-Dakota gefahren, an tausenden von Weizensilos vorbei,

wo ich wieder auf die "Autobahn", den Intestate Freeway I-90 gekommen bin. Auf dem bin ich dann von Osten nach Westen durch South Dakota gefahren. Ziemlich flaches Land da und viele Highlights gibt es da im oestliche Teil nicht. Ausser dem Corn Palace in Mitchell, der war schon ein bisschen sehenswert. Es ist ein Gebaeude, das komplett mit mehrfarbigen Maiskolben verziert ist. Innen ist es eine Basketballhalle, wo auch die Waende aus Maiskolben bestehen. Die werden seit 1902 jedes Jahr neu angebracht - ueber 300.000 Maiskolben werden dazu gebraucht. Nun, lange habe ich mich da nicht aufegahlten, aber anschauen wollte ich es doch mal. Danach bin ich wieder auf die I-90 Richtung Osten.












Das naechste Highlight auf der Strecke ist die Ueberquerung des Missouris. Man faehrt da zuerst einen Huegel hoch und wenn man ueber die Kuppe hinwegfaehrt, tut sich das traumhaft schoene Tal des Missouris auf. Leider kommt es auf dem Foto nicht so richtig rueber.



Die echten Sehenswuerdigkeiten Sued-Dakotas erwarteten mich aber noch. Ein paar Stunden weiter westlich erreichte ich endlich den ersten Nationalpark auf meiner Strecke - Badlands National Park. Der Park besteht aus einer 60 Meilen (100 km) langen Erosionsbruchkante, wo die Natur die wundersamsten Figuren und Formationen aus dem weichen Gestein herausgeloest hat. Das Wetter war da leider nicht so gut, weshalb die Fotos auch nicht besonders toll geworden sind. Habe aber auf der Fahrt oefter mal einfach die Fahrtstrecke gefilmt. So auch hier, die Fahrt am Fusse der Bruchkante entlang:

Die Indianer haben hier frueher die Bisonherden herangetrieben und viele sind dann die Kante heruntergefallen und waren leichte Beute. Im Badlands NP habe ich dann auch eine Nacht auf einem Campingplatz im Herzen des Parks verbracht. Unter Campingplatz muss man sich hierbei einen Schotterparkplatz mit Plumpsklo vorstellen, den ich ueber eine 30 km lange Schotter-Schnee-Piste erreicht habe. Allradantrieb sei dank! Die Nacht war sehr ruhig - bis ein Coyote an der Tuer kratzte ich mich zu Tode erschrak :O) Ausser mir war ja in 50 km Umkreis keine Menschenseele. Der hatte wohl die Reste meines leckeren Abendessens gerochen. Am naechsten Morgen schaute ich aus dem Auto und zu meiner Freude sah ich, dass ich Gesellschaft bekommen hatte... von zwei Bisonbullen, die in etwa 200m Entfernung zu meinem Auto gemuetlich grasten. Nach meiner Morgentoilette und Fruehstueck bin ich dann zu einer Wanderung ins Back Country aufgebrochen. Die Gegend muss man sich wie eine leicht huegelige Praerielandschaft vorstellen. Mit meinem Fernglas (und Kompass) bewaffnet bin ich dann in Richtung einer Bueffelherde aufgebrochen, die ich mit meinem Feldstecher in ein paar Kilometer Entfernung gesichtet hatte. Mein Ziel war, moeglichst nahe an die Viecher heran zu kommen. Zum Glueck war der Boden gefrohren, da es sonst von Schlangen und Moskitos nur so gewimmelt haette, vom schlechteren Vorankommen auf morstigem Boden ganz zu schweigen. Das warnende Pfeiffen der Prairie Dogs (Erdmaennchen) war der einzige Laut, der zu vernehmen war. Eine schon fast beaengstigende Stille, wenn man aus der Zivilisation kommt. Nachdem ich einen kleinen Fluss ueberquert hatte (mehr oder weniger trockenen Fusses :O) hatte ich die Bueffelherde auch schon fast erreicht. Die schlauen Dinger hatten mich natuerlich schon gewittert, so dass ich mich nur vorsichtig weiter annaeherte (auf circa 150 Meter), um sie nicht zu sehr zu stressen, was im Winter wichtige Kalorien kostet. Nachdem ich ein paar Fotos geschossen und sie eine Weile mit dem Fernglas beobachtet hatte, habe ich mich dann auch wieder auf den Rueckweg gemacht.

Nach der Rueckkehr zu meinem Wagen bin ich dann die ganzen Aussichtspunkte des NPs abgefahren und habe mich dann in Richtung Sueden aufgemacht, in Richtung eines Indianerreservates, wo auf Wounded Knee liegt, der Ort, an dem das groesste Massaker an Indianer in der amerikanischen Geschichte veruebt wurde. Da ist nicht viel zu sehen, aber man bekommt auf dem Weg dorthin Einblick in das aermliche Leben der Indianer in den Reservaten. Heruntergekommene Trailer/Mobile Homes, ueberall streunen Hunde, dreckige Strassen. Aber die sanften Huegel mit den in Hainen wachsenden Koniferen (Nadelbaeume), dann hier und da eine kleine Felswand oder -nadel, die Landschaft des Reservates ist wunderschoen! Ich kann nicht sagen, ob es hier auch Alkoholprobleme gibt, aber es ist zu vermuten.

Nachdem ich das Reservat in Richtung Westen - immer noch im westlichen Sued-Dakota - verlassen hatte, war mein naechstes Ziel die Black Hills. Klar als "Black Forester" :O) war ich da natuerlich gespannt, was da auf mich zu kommt. Was ich schon wusste, wahr, dass dort Mount Rushmore ist, die Felswand, aus der sie die Koepfe von vier Praesidenten (Lincoln, Washington, Roosevelt ("Teddy") und Jefferson) gemeiselt haben. Was ich nicht wusste, ist dass auf dem Weg dortihin so viele interessante Dinge zu sein sein wuerden! Wo soll ich anfangen: Erst einmal sind da die schoenen Berge zu nennen. Dicht gruen bewachsen mit dunklen Tannen und Fichten wird einem klar, wie die Indianer auf den Namen kamen. Dazwischen sind immer wieder schoene kleine Taeler, Wiesen und Matten, die den Blick auf Granit-Felsformationen freimachen, die mich immer mal wieder zum Anhalten und Fotografieren verfuehrten. Doch was war das fuehr ein merkwuerdiger Berg?




Es ist das Crazy Horse Denkmal, welches ein polnisch-amerikanischer Kuenstler im Auftrag der Aelteren des Lakota-Stammes im Jahre 1948 begonnen und von dem bisher nur das Gesicht vollstaendig ist (1998 vervollst.). Nach Vervollstaendigung wird der Haeuptling Crazy Horse auf einem aus dem Fels gehauenen Pferd sitzten und die Hand ueber das Land austrechen. 150m hoch aus Granit gehauen! Eine Jahrhundertaufgabe, die in der Anfangszeit nur von dem Kuenstler selbst bewaeltigt wurde. Er machte alles alleine: Sprengloecher bohren, sprengen, Abraum abtragen etc. Er starb im Jahre 1982. Seine Famillie (Frau, 5 Soehne und 5 Toechter) fuehren das Projekt weiter. Mir wurde Jeff, einem lokalen Fremdenfuehrer


gesagt, dass wir zu unseren Lebzeiten vielleicht noch die Vervollstaendigung des Kopfes des Pferdes erleben wuerden. Das Gesamtkunstwerk inklusive kuenstlichem See, einer Indianischen Universitaet von Amerika, einem Flughafen plus Wohn- und Serviceeinheiten wird bestimmt noch 100 Jahre dauern. Der Grund, warum es nicht schneller vorangeht, liegt darin begruendet, da das gesamte Projekt auf Wunsche des Kuenstler und der Aelteren des Stammes rein selbstfinanziert ist. Es wurden schon mehrfach staatliche Gelder abgelehnt. Es ist ein Projekt der Indiander und es soll ein Projekt sein, dass die Indiander nach Vervollstaendigung (und natuerlich auch schon jetzt) mit Stolz erfuehlt und ihr Selbstwertgefuehl staerkt! Etwas, das sehr wichtig fuer die weitere Entwicklung des Selbstverstaendnisses der nordamerikanischen Ureinwohner ist.

So, was es sonst so alles tolles in den Black Hills zu sehen gab, das erzaehle und zeige ich euch das naechste Mal :O)